Archive for the ‘Objektive’ Category

Neues vom “Bokeh Monster”
Canon 50 1,2 LTM

Sonntag, Februar 5th, 2012

Heute hatte ich dann endlich ein wenig Zeit um weiter mit dieser schönen alten Linse zu spielen.

Das ist das Schild von unserem Museum in Kirchheim bei OffenblendeCanon 50 1,2 LTM wide open

Ein 100 Prozent Ausschnitt (unbearbeitetes JPG aus der Leica M8) aus diesem Bild zeigt deutlich die massive Koma an harten Kontrastkanten, bei durchaus gutem Auflösungsvermögen.

Canon 50 1,2 LTM wide open CropDies ist der berühmte Leica Glow, hier in Canon Gold, den man auch beim frühen Noctilux findet. Verstärkt wird dieser Effekt hier noch dadurch, das ich die Optik an der M8 zur Zeit ohne Infrarot Sperrfilter nutze.

Bei Blende 2,8 ist dieser Fehler weitgehend verschwunden und das Objektiv wird mehr zum normalen scharfzeichnenden 50ger.

Canon 50 1,2 LTM @ f 2,8

Als solches ist das Objektiv universell einsetzbar, und verträgt selbst extremes Gegenlicht.

Canon 50 1,2 LTM @ backlight

Canon 50 1,2 LTM @ f 4,0

Das “Bokeh Monster”
Canon 50mm 1,2 LTM

Sonntag, Januar 29th, 2012

Das Canon 50mm 1,2 LTM ist die lichtstärkste Canon Messucheroptik die ohne aufwendigen Umbau an Leica M adaptierbar ist. Gefertigt wurde sie von 1956 bis 1967 in zwei Versionen, die sich aber nur äusserlich unterscheiden.

Bei Offenblende ist dieses Objektiv ein “Bokeh Monster”.

Bokeh Monster 1 Schärfe ist bei Blende 1,2 nur im Bereich der Bildmitte zu erreichen, ausserdem hat die Linse zwar ein gutes Auflösungsvermögen aber einen relativ niedrigen Kontrast. Hinzu kommt eine massive Koma (der berühmte Leica Glow), die damals mangels asphärischer Linsen noch nicht vernünftig korrigiert werden konnte.

Bokeh Monster 2

Der 100% Ausschnitt des ersten Bildes zeigt deutlich die angesprochenen Eigenschaften des Objektives.

Aufgrund des sehr flachen Schneckenganges ist an der Leica M (mit LTM -> Leica M Adapter) ein präzises Fokussieren möglich.

Bokeh Monster 3 Damit ist es möglich die Schärfe präzis auf den gewünschten Punkt zu legen.

Diese über 50 Jahre alte Optik mit ihrem ausgeprägtem Charakter ist somit die ideale (Selbst)Portraitlinse.

Bokeh Monster 4

Gut scharf:
Summicron 2,0/50mm rigid

Freitag, Oktober 1st, 2010

Ich hatte ja versprochen Bilder aus der Leica CL mit dem 50ger Summicron zu zeigen.

 Zunächst noch einmal die Optik. Es hat sich um die zweite, nicht versenkbare, Version des 50mm Summicrons, die von 1956 bis 1968 gebaut wurde. Die starre (rigid) Version ist die normale Version des Objektives. Daneben gab es noch die DR (Dual Range) Version mit Naheinstellbrille.

 Summicron 2,0/50mm rigid BJ 1962
Alt mit Falten aber rattenscharf das 50ger Summicron von 1962

Wie man sieht hat mein Summicron deutliche Gebrauchsspuren. Es hat irgendwann mal einen heftigen Schlag aufs Filtergewinde bekommen, der dann wieder geradegebogen wurde. Das ist auch halbwegs gelungen, E39 Filter lassen sich wieder einschrauben. Bei diesem Schlag wurde wohl auch ein kleiner Kratzer auf der Frontlinse erzeugt. Ansonsten hat die Linse nur minimale Putzspuren auf der Frontlinse und ist innen pilz-, beschlag- und separierungsfrei.

Auch die Mechanik läuft einwandfrei. Der Entfernungsmesser stimmt an meiner Leica CL auch bei Offenblende.

Doch nun zu den Fotos, die alle auf Fuji Superia 200 entstanden sind, gescannt mit einem Fuji Frontier 330 (SLP800C) Minilab.

Summicron-1 Strassenszene
Strassenszene in Kirchheim (ca. 80% Crop aus dem Negativ)

Der Film bringt Lichtstimmungen doch anders herüber als der digitale Sensor. Das wird in der Mischlichtsituation im Halbschatten unter dem Baum gut sichtbar. 

Summicron Wohnblock Dettinger Vorstadt
Wohnblock in der Dettinger Vorstadt, stürzende Linien mit Shift-N geradegerückt

Hier auf Blende 8 abgeblendet läuft die Optik zur Hochform auf und zeigt eine sehr schöne Farbwiedergabe bei gutem Kontrast und hoher Schärfe.

Summicron 4 Blätter
Blätterwald gegen den hellen Abendhimmel bei Offenblende 

Auch bei Offenblende ist die Leistung der Optik wirklich gut. Die Schärfeebene liegt hier auf den hinteren gelben Blättern und im unten gezeigten 100% Bildauschnitt sind noch sehr gut feine Details und die Struktur des Astwerks erkennbar. Chromatische Aberrationen an Kontrastkanten sind praktisch nicht zu finden.

 Summicron 4 Ausschnitt Blätter
100% Crop aus dem 6 Megapixel Scan bei Offenblende

Diese Leistung ist für ein relativ lichtstarkes Objektiv aus den 60gern des 20. Jahrhunderts ohne aspärische Elemente einfach hervorragend.

Summicron 5 FBS
Die Familienbildungsstätte von der Widerholtstr. aus gesehen.

Ein zweiter Keks:
Das Leitz Elmar 3,5/35mm

Freitag, Oktober 1st, 2010

Ich bin ja immer noch voller Begeisterung über das Panasonic 20mm 1,7 Pancake für µFT. Auf der Suche nach etwas mehr Weitwinkel für meine Leica Cl stolperte ich dann über ein Leitz Elmar 35mm 1:3,5 mit M39 Anschluss für Schraubleicas von 1941. 

Elmar 3,5/35 01
Elmar 3,5/35mm mit montiertem Leica-M Adapter im Vergleich zu einem 5 Cent Stück

Dieses nur 60 Gramm schwere kleine, extrem flache Objektiv macht die Leica CL jackentaschentauglich und wirkt auf ihr wie ein grösserer Gehäusedeckel.

Elmar 3,5/35mm 2
Das Elmar an der Leica CL, die beiden sind gut 33 Jahre auseinander und passen trotzdem gut zusammen..

Das von 1930 bis 1950 angebotene von Berek berechnete Elmar war eines der ersten Wechselobjektive zur Schraubleica. Optisch darf man von diesem fast 70 Jahre altem 4 Linser allerdings nicht zuviel erwarten.  

Mechanisch befindet sich Elmar für sein Alter in sehr guter Verfassung. Die Mechanik läuft sauber und weich. Seine unvergüteten Linsen sind klar, ohne Beschlag, kratzer- und pilzfrei. 

Da es noch etwas dauernt bis der erste Film mit Elmar voll und entwickelt ist habe ich die Optik fix mit einem Adapter an meine Pansonic G1 geschnallt. Das manuelle Scharfstellen funktioniert mit dem elektronischem Sucher der G1 und der elektronischen Sucherlupe sehr gut. Der 12 Megapixel Sensor der G1 im µFT Format offenbart allerdings auch schonungslos die Schwächen des Objektives.  

Elmar 3,5/35mm 3
An der Bushaltestelle Martinskirche, man beachte die Überstrahlungen am rechten Bildrand

Bei Offenblende ist eigentlich nur die Bildmitte (bei Crop Faktor 2!) richtig scharf. Nach aussen hin lässt die Schärfe massiv nach. Eine Blende abgeblendet (Blende 4,5) sieht es schon wesentlich besser aus und ab Blende 6,3 werden auch die Ecken des Cropsensors langsam scharf. Elmar ist auch recht empfindlich für Gegenlicht und Streulicht, wie die Überstrahlungen rechts im oberen Bild zeigen. Doch das Objektiv hat seinen Charakter und zaubert wunderbare Lichtstimmungen.

Ekmar 3,5/35mm 2
Lichtstimmung mit Elmar an der Panasonic G1 

Let’s go extreme: Das Peleng 8mm Fisheye

Montag, April 26th, 2010

Die 16 mm Fisheye des Zenitars waren mir immer noch zuwenig, deshalb hat sich zum Zenitar nun ein 8mm Peleng Fisheye gesellt. Dieses soll in Zukunft an meinen µFT Kameras als 16er Fisheye (dank des 2er Crop Faktors) dienen und ist an der 5D die absolute extreme Weitwinkel Lösung.

Mit diesem Objektiv wird endlich klar, warum für den Schwaben sein Häusle der Mittelpunkt der Welt ist:

Pelneng o1

Meine Bewertung:
Abgeblendet auf Blende 8 bis 11 bietet das Peleng 8mm 1.3,5 Fisheye eine gute Schärfe bis an die Bildränder des kreisrunden Auschnittes heran.

Da das Objektiv eine Vorwahlblende hat ist es an der EOS 5D sehr einfach zu handhaben. Man arbeitet mit Zeitautomatik und stellt die gewünschte Blende ein. Dann kann man mit einer Drehung am entsprechenden Ring die Blende präzise auf den voreingestellten Wert schliessen. Die Fokussierung ist bei dieser kleinen Brennweite kein Problem. Abgeblendet bekommt man alles von 30cm bis unendlich scharf! Damit die Belichtung stimmt empfiehlt es sich die mittenbetonte Integralmessung zu verwenden und wegen der schwarzen Ränder 1 bis 1,5 Blenden unterbelichten, sonst wir das Motiv überbelichtet. Ebenfalls aufgrund der schwarzen Ränder taugt das Histogramm nur begrenzt zu Einschätzung der Belichtung.

Peleng 02

Bauartbedingt ist die Optik recht streulichtempfindlich und zeigt deutliche Blendenflecke gegenüber von Spitzlichtern. Das grösste Manko des Pelengs ist aber der vordere Objektivdeckel, der nur lose aufgesteckt wird und zum Abfallen neigt. Aufgrund der extrem gewölbten Frontlinse ist hier extreme Vorsicht geboten!

Ich habe die Version mit fest montiertem EOS Anschluss, der Rückdeckel ist da genauso mies, wie der Frontdeckel, aber das ist ja leicht mit einem passendem EOS Deckel zu ändern. Ansonsten wird das Objektiv mit passendem Köcher geliefert und kopierter Bedienungsanleitung.

Fazit:
Zu einem Neupreis in Deutschland von ca. 300 Euro und einem Gebrauchtpreis unter 250 Euro ist diese Optik durchaus eine sinvolle Ergänzung jeder Vollformat Ausrüstung für verhältnismässig kleines Geld. Am Crop empfiehlt sich da allerdings eher das etwa gleichteure Samyang/Falcon/Walimex 8mm Fisheye, dieses ist aber nicht vollformatauglich.

Ein Flirt mit Elmar …
Das Leitz Elmar 90mm 1:4 M39 an der E-P1

Mittwoch, Oktober 21st, 2009

Elmar ist schon etwas älter, jenseits der 50, wohl 1956 geboren und auch schon ein wenig ergraut. Schaut man ihn sich an, so entdeckt man die Spuren eines halben Jahrhunderts an ihm und manches, wie seine Vergütung ist recht einfach. Er wahrt die Fasung, wo doch gerade diese etwas lädiert ist. Doch das Wesentliche an ihm ist noch immer glasklar, kratzer- und pilzfrei, bis auf minimale Putzspuren. Die etwas lädierte Fassung  führte dazu, das Elmar billig verschleudert wurde.

Leitz Elmar M39 90mm 4,0

In diesem Zustand macht Elmar sich nun an die hübsche Pen heran! Ob das so passt, ein alter Herr und eine schicke junge Diva? Jedenfalls gehen die beiden erst einmal zusammen spazieren. Mal schauen, was dabei so rauskommt.

Elmar02: Allein auf der Bank …

Zwar ist Elmar knackscharf, wenn man den Punkt beim manuellen Fokussieren mit der Lupe von der Pen endlich gefunden hat, aber es stellt sich doch die Frage: Wird er allein auf der Bank bleiben? Oder ziehen er und die Pen in zukunft gemeinsam los und die Bank bleibt leer?

Elmar-03: Dei leere Bank

Hier sieht Elmar richtig gut aus, allerdings muss man dazu anmerken, das er zwar ein richtig scharfer kleiner Silberner ist, aber das Kontrastprogramm doch recht zu wünschen lässt, deshalb musste ein Freund mit dem Photoshop ein wenig nachhelfen. Ausserdem mag Elmar Streu- und Gegenlicht gar nicht, hier macht sich seine einfache Vergütung bemerkbar. Es legt sich schnell ein blauer Schleier (trotz Spätnachmittagssonne) übers Bild. Ist das der berühmte “Leica Glow”?

Elmar-04 Out of Cam

Allerdings hat dieser Look von Elmar auch seinen eigenen (morbiden?) Charme. Den Kontrast ein wenig verstärkt und die Tonwerte etwas angewärmt und Elmar macht auf einmal eine ganz gute Figur.

Elmar-05 Alter Charmeur

Als Fazit bleibt:

Elmar bereitet meiner Pen Spass. Sie freut sich den alten Silberling bei sich zu haben. Er passt locker in die zweite Jackentasche und liefert bei statischen Motiven, besonders in S/W sehr gute Bildergebnisse bei minimaler Nachbearbeitung.

Er wird ein guter väterlicher Freund werden, aber kein enger Lebenspartner, denn dazu ist das manuelle Fokussieren mit der Sucherlupe auf dem Display doch recht mühsam, freihand bei 180mm Kleinbild-Äquivalent. Hinzu kommt die sehr hohe Streulichtanfälligkeit.

Elmar-07 Die leere Bank II

Eigentlich gehört Elmar an eine echte Messucherkamera, doch leider ist mir diese digital noch zu teuer (Es sei denn jemand spendet eine Epson R-D1 oder eine M8) und analog macht das Fotografieren nur halb so viel Spass.

Elmar-06 Ein letztes Bild

Nachtrag: Elmar hat mich nun doch verlassen. Er musste einem Panasonic 45-200er Tele mit Autofocus weichen und lebt nun in Luxemburg.

Der Keks ist da!
Das Panasonic 20mm 1,7 an der Olympus Pen

Donnerstag, Oktober 15th, 2009

Am Dienstag kam endlich mein langerwarteter Keks, das Panasonic 20mm 1:1,7 Pancake. Ich bin dann gleich mal losgezogen und habe die hübsche kleine Optik ausprobiert. Dies geschah bei einem kleinem Spaziergang im Nieselregen über unseren “Alten Friedhof”.

Alter Fiedhof 1

Alle hier  gezeigten Bilder sind bei Offenblende entstanden und mich hat die Bildqualität dieses kleinen Objektivs wirklich überzeugt.

Alter Friedhof 02

Durch die grosse Öffnung ist es trotz des relativ kleinen Sensors bei Micro-Four-Thirds möglich  mit der Schärfentiefe zu spielen. Qualitativ ist das Objektiv uneingeschränkt offenblendtauglich (Wer dazu Zahlen will, der lese den Test bei dpreview.com).

 Alter Friedhoh 03

Der Autofokus bewegt sich geschwindigkeitsmässig zwischen dem Speed des Olympus Kit Zooms und der Geschwindigkeit des Panasonic 14-45gers an der E-P1.

Mein Fazit:
Diese kleine und feine Optik hat ihren festen Platz in meiner Fototasche, bzw. Jackentasche gefunden.

Alter Friedhof 04

Es werde Licht II:
Yashica Lynx 14 E mit Yashinon 45mm 1:1,4

Sonntag, August 9th, 2009

In den 60ger und auch in den 70ger Jahren waren Messucherkameras mit fest montierter Optik weit verbreitet. Canon fertigte die “Canonet”, Olympus die “RC 35″, Konica die “Auto” und Minolta die “High-Matic” Baureihe. Die besseren Exemplare dieser Klasse, hatten dabei lichtstarke Objektive mit Lichtstärken zwischen 1,7 und 2,0. Die Firma Yashica steigerte das noch und brachte die Lynx IC mit 45mm 1:1,4 Objektiv auf den Markt.

Lynx 1

Die gezeigte Lynx 14E gehört zur zweiten ab 1969 gebauten Serie und hat einen Copal Zentralverschluss mit Zeiten  von 1/1 (+B) bis 1/500 Sekunde. Ihr zentrales Element ist das mächtige Yashinon 45mm 1:1,4  mit 58mm Filtergewinde. Für die präzise Entfernungseinstellung besitzt sie einen Mischbildentfernungsmesser mit Paralaxenausgleich im Nahbereich. Die Belichtungsmessung erfolgt mit Hilfe einer CDS-Zelle über ein Messauge vorne am Gehäuse, und wird im Sucher als Über- oder Unterbelichtung angezeigt. Zeit und Blende müssen jeweils manuell eingestellt werden, die vollmechanische Kamera funktioniert auch ohne Batterien, lediglich auf die Belichtungsmessung muss man dann verzichten.

Wieder erwarten funktioniert bei diesem Exemplar nicht nur die Mechanik einwandfrei, sondern auch die Belichtungsmessung,  zumindestens noch genau genug für Negativfilme.

Lynx 2

Die komplett manuelle Einstellung - Zeit einstellen –> Belichtungsmessknopf drücken –> Blende einstellen –> Entfernung einstellen - , erzieht zum langsamen Fotografieren. Hinzu kommt der solide haptische Eindruck, den diese komplett aus Metall und Glas gefertigte Yashica macht. Ein Minuspunkt ist, wie bei allen Kameras dieser Art, der recht dunkle Sucher. Damit der magische Fleck für das Mischbild gut erkennbar ist wurde der gesamte Sucher recht dunkel gehalten.

Lynx Kirchheimer Strassenleben Kirchheimer Strassenleben

Kein Haar in der Suppe:
Tamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC

Dienstag, Mai 26th, 2009

Seit meinem Umstieg zur EOS 5D trauerte ich ein wenig meinem Suppenzoom, dem EFs 18-200mm 3,5-5,6 IS nach. Für das Vollformat gibt es neben dem (für mich unbezahlbaren) EF 28-300mm 3,5-5,6 L IS USM eigentlich nur ein vergleichbares Objektiv mit Verwackelungs-Verhüterli. Das ist das Tamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC zu einem Neupreis ab ca. 500 Euro. Schaut man im Internet, so liest man sehr divergierende Meinungen über diese Optik. Die einen sind begeistert, während die anderen von leergesaugten Akkus, defekten Objektiven und Fehlfokussen schreiben. Ich habe es trotzdem gewagt und bei einer neuwertigen gebrauchten Optik aus verlässlicher Quelle zugeschlagen.

Tamron 28-300VCTamron 28-300mm 3,5-5,6 XR DI VC

Heute kam dieses Objektiv nun an und ich habe erst mal einen Testspaziergang unternommen.  Zunächst beeindruckt natürlich der Brennweitenbereich:

Tamron 28-300@28mm

Hier sehen wir das Kirchheimer Rathaus mit dem Tamron bei 28mm Brennweite …

Tamron 28-300@300mm

… und hier bei 300mm Brennweite.

Vom Handling gefällt das Objektiv dabei recht gut. Der Zoomring ist groß und griffig und leicht leicht mit angemessenem Widerstand. Der Bereich zwischen 200 und 300mm ist allerdings sehr eng geraten. Aufgrund der Innenfokussierung erreicht die Optik, wie andere derartige Zooms auch, die 300mm Brennweite erst bei der Unendlichkeiteinstellung.  Auch der AF geht zwar hörbar aber ausreichend fix zur Sache. Der Zoom-Lock-Schalter um das selbständige Ausfahren des Rüssels zu verhindern liegt besser als beim EFs 18-200mm IS, braucht aber immer noch Fingernägel zum Verriegeln. Der Fokusring ist allerdings sehr schmal geraten und dreht sich beim Fokussieren mit, da heißt es dann Finger weg. Der Lieferumfang umfasst Objektiv und Gegenlichtblende und einen praktischen Snap-In-Frontdeckel, der auch bei aufgesetzter Geli problemlos auf- und abgesetzt werden kann.

Die Bildqualität scheint mir selbst bei Offenblende noch angemessen, dies bestätigt auch der 100% Ausschnitt aus obigem Bild. Es ist ein mit DPP und Schärfe 5 entwickeltes JPG, ansonsten unbearbeitet (Ja die 300er Festbrennweite mit dem rotem L drauf ist hier besser, kann aber leider auch nur 300mm!). Die Optik erreicht nicht ganz die Schärfe bis auf den letzten Pixel, sondern nur ca. 90%. Dies bedeutet aber an der EOS 5D Mk1, das problemlos noch Abzüge im A2 Format möglich sind.

Tamron 28-300 CropTamron 28-300 VC @300mm Blende 6,3 100% Ausschnitt

Beim Spazierengehen macht das Objektiv Spass, vor allem weil es mit eingefahrenem Rüssel recht unauffällig ist und eigentlich alle Brennweitenwünsche (bis auf das extreme Weitwinkel) abdeckt. Auch das Bokeh empfinde ich als recht angenehm.

Tamron 28-300VCTamron 28-300mm VC @ 300mm Blende 6,3

Mein Fazit: Ich habe für mich das praktische Immerdrauf gefunden, wenn es leicht sein soll auf der Schulter. Probleme ergaben sich bis jetzt keine, ein Test des VC im Bereich Air to Air wird folgen.

28-300 @300mmTamron 28-300mm VC@ 300mm Blende 8

Nachtrag: Auf dem Objektiv steht Macro, diese Bezeichnung hat durchaus ihre Berechtigung. Der hier gezeigte Schmetterling ist ein Ausschnitt von ca. 30% des Gesamtbildes.

28-300VC Macro Tamron 28-300mm 3,5-5,6 VC an EOS 5D
@ 300mm, Blende 7,1, 1/250 Sekunde

Schärfen(un)tiefe:
Das EF 50mm 1,4 USM bei Offenblende

Samstag, Mai 23rd, 2009

Heute Abend war ich auf einem schönen Abendessentreffen der Fotocommunity. Dabei entstanden im spärlichen Lampenlicht diese zwei Bilder mit dem EF 50mm 1,4 USM an der EOS 5D bei Offenblende und ISO1250.

FC-Portrat-2
Lass mal mitschauen …

 FC-Portrait
Brown Eye(s) …

Besonders das zweite Bild zeigt deutlich auf welchen geringen Bereich die Schärfentiefe bei Blende 1,4 am Vollformat schrumpft.  An einer typischen APS-C Kamera mit 1,5er oder 1,6er Cropfaktor hätte man die Blende für die gleiche Bildwirkung noch eine Stufe weiter öffnen müssen. Hier wäre also dann ein 35mm 1,0 Objektiv fällig gewesen.